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"Scheiße, wo ist mein Rock?"

Uni Party. Meine allererste. Ich bin zwar kein Ersti, aber auf diesen Parties war ich noch nie. Wie cool kann denn bitte die Mensa sein? Nicht so cool, richtig. Aber ich sollte mich täuschen.

Ich war eigentlich mit Freunden da, aber als ihm schlecht wurde ging sie mit ihm nach Hause. Und ich war allein. Aber zum Glück habe ich damit kein Problem. Und zum Glück hatte ich mir genügen Bons gekauft um mich ordentlich zu laufen zu lassen.

Ich sah ihn schon am Anfang des Abends. Als meine Freunde noch da waren. Als wir durch die Rock Halle durchgingen. Er war groß und hübsch. Blonde Mini-Locken und eisblaue Augen. Voll mein Typ. Und wir gingen durch die Halle und ich dachte mir; halt! ich will hierbleiben! Das ist die coolste Musik hier und dieser Typ....! Aber ich bin natürlich mit den anderen mitgegangen. Es kam mir also ziemlich gelegen, als die beiden nach Hause gingen. Ich bin zurück in die Halle und er war noch da. Aber ich konnte nur gucken... ich bin doch so schüchtern (jaja ich weiß das glaubt mir eh keiner)

Aber anscheinend bin ich cool genug, um alleine tanzend und Bier-trinkend auffalle, denn auf einmal steht mein Cutie bei mir. Tanzt mit mir, redet mit mir, flirtet mit mir, küsst mich. Küsst mich? Ja genau: küsst mich, fasst mich an. Die Erotik liegt in der wenigen Luft zwischen unseren Körpern und meine Libido schießt in die Höhe. Ich sag ich will nach Hause gehen, doch er sagt ich sollte lieber mit zu ihm kommen. Junge Frauen sollten nicht nachts alleine nach Hause gehen, und überhaupt seine Wohnung ist viel näher.

Aber nicht nah genug. Wir sind nichtmal 100 Meter von der Mensa entfernt, da liegen wir im Gras. Küssend, fummelnd, wahnsinnig geil. "Machst Du sowas öfter?" "Nein. Eigentlich hab ich sowas noch nie gemacht" Ganz eigentlich habe ich sowas ähnliches schonmal gemacht. Aber nicht auf einer Uni Party. Und nicht mit so einer unbändigen Lust. Ich weiß auch nicht warum ich gelogen habe. Vielleicht hatte ich die anderen Male auch nur grad nicht im Kopf. Der war gerade sowieso beschäftigt. Die Geilheit war allumfassend. Selbst die Brennnesseln, die mir am nächsten Morgen eine kribbelnde Pobacke und Hand bescherten haben störten mich nicht.

In einem klaren Moment entschieden wir uns weiter zu gehen. Auch wenn wir kurze Zeit später wieder in einem anderen Park unter einem anderen Baum lagen. War ja nicht schlimm. War ja Frühling und es war nicht kalt. Der nächste klaren Moment jedoch widmete sich der Frage "Scheiße, wo ist mein Rock?" Wir haben alles mit den Handys abgeleuchtet, doch er war nirgends zu finden. Genau wie mein neuer Lieblingshaarreif. und mein MP3 Player. Und mein Portemonnaie. Zugegeben, die beiden letzteren Sachen habe ich bestimmt schon vorher verloren, aber trpzdem fielen sie mir da erst auf. Scheiße! Scheiß Alkohol. Aber er gab mir keine Chance mich aufzuregen oder zu weinen (meine natürliche Reaktion auf Hilflosigkeit). Er hat mich gekonnt abgelenkt.

Ich kann nicht genau sagen was noch alles passiert ist. Es sind immer nur Erinnerungsfetzen. Aber als wir ankamen ging es ähnlich weiter. Nur halt dass die Anziehsachen jetzt alle schön auf einem Haufen landeten (naja fast...). Wir waren wach bis es schon wieder hell war. Und wir haben nur sehr wenig geredet. Um ehrlich zu sein weiß ich nichtmal mehr was. Ich weiß sowieso nur noch wenig. Nicht mal mehr die Studienfächer. aber ich weiß, dass ich morgens unbedingt mehr wollte. Leider musste er arbeiten und ich habe nur noch etwas zu trinken und seine Handynummer bekommen. Und natürlich diverse Andenken. Biss- und Saugflecken an Brust und Hals, den bereits erwähnten Brennnesselschaden, einen sehr verspannten Nacken und merkwürdigerweise auch blaue Flecken an meinem Arm, meinem Oberschenkel und einen am Kiefer. Aber die könnten gut auch von der Geschichte im Park gekommen sein.

Der Walk of Shame war besonders beschämend, weil ich keinen Rock mehr anhatte. Und die türkise Strumpfhose, die am Abend vorher noch eine gute Idee schien, zog jetzt mehr Aufmerksamkeit auf sich als mir lieb war. Dazu kamen noch die dreckigen Schuhe, die zerstörte Frisur und das nur noch halb vorhandene Make-up. Immerhin war meine Jacke lang genug um meinen Hintern zu bedecken und ich wurde nicht beim unvermeidlichen Schwarzfahren erwischt. Ich bin auch in der Bahn rechtzeitig wieder aufgewacht, um aus der Tür zu springen bevor sie zuging und ich zu weit gefahren wäre. Aber die Schuhe musste ich ausziehen. Meine Füße taten einfach zu sehr weh. Als ich zu Hause ankam gab es Frühstück. Die blauen Flecken und den Brennnesselschaden habe ich erst später bemerkt, nachdem ich noch was geschlafen hatte, aber dass ich keinen Rock anhatte haben zuhause alle sofort bemerkt. Aber ich durfte immerhin noch eine Runde schlafen bevor ich meine Geschichte erzählen musste.

(mein MP3 Player und mein Portemonnaie wurden gefunden. Konnte ich abholen. Noch alles drin, sogar das Bargeld. Es gibt doch noch gute Menschen auf der Welt.)

18.4.10 22:51
 


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